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Runde 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9
Vom 16. bis 25. Mai finden in Essen drei vom Vorsitzenden des Schachklubs Weiße Dame Essen ausgerichtete Rundenturniere statt. Im Mittelpunkt steht die Kategorie-XVI (2634)-Veranstaltung mit Spielern wie Leko, Kasimdshanow, Kortschnoj und Lutz.
Gespielt wird in der Orangerie des Gruga-Parkes. Die Runden beginnen täglich um 14 Uhr. Am 21. Mai, dem Ruhetag des Turnieres, geben Robert Hübner und Klaus Bischoff eine Simultanvorstellung gegen Essener Schüler. Klaus Bischoff wird das ganze Turnier lang die Partien für interessierte Zuschauer kommentieren. Am 26. Mai ist eine Simultanvorstellung von Peter Leko geplant.
- Offizielle Seite:
www.chessgate.de
- Partien im pgn-Format: essen-a.pgn
- Zum B-Turnier (Kat. X/2472)
| Endstand | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | Pkt. | Platz | ||
| 1 | Peter Leko | 2707 | x | 1 | = | 1 | 1 | 1 | = | 1 | = | = | 7/9 | 2. |
| 2 | Viktor Kortschnoj | 2635 | 0 | x | 0 | 0 | = | 0 | 1 | 0 | 1 | 1 | 3,5/9 | 5.-8. |
| 3 | Wadim Swjaginzew | 2645 | = | 1 | x | = | 1 | 1 | = | 1 | 1 | 1 | 7,5/9 | 1. |
| 4 | Christopher Lutz | 2644 | 0 | 1 | = | x | = | = | 1 | = | = | 1 | 5,5/9 | 3.-4. |
| 5 | Thomas Luther | 2566 | 0 | = | 0 | = | x | = | 0 | = | = | = | 3/9 | 9. |
| 6 | Michal Krassenkow | 2641 | 0 | 1 | 0 | = | = | x | 1 | 1 | = | 1 | 5,5/9 | 3.-4. |
| 7 | Artur Jussupow | 2618 | = | 0 | = | 0 | 1 | 0 | x | = | = | = | 3,5/9 | 5.-8. |
| 8 | Rustam Kasimdshanow | 2674 | 0 | 1 | 0 | = | = | 0 | = | x | = | = | 3,5/9 | 5.-8. |
| 9 | Daniel Fridman | 2571 | = | 0 | 0 | = | = | = | = | = | x | = | 3,5/9 | 5.-8. |
| 0 | Rustem Dautov | 2636 | = | 0 | 0 | 0 | = | 0 | = | = | = | x | 2,5/9 | 10. |
Luther-Dautov remis, Krassenkow-Lutz remis, Jussupow-Swjaginzew remis, Kasimdshanow-Kortschnoj 1-0, Fridman-Leko remis
Das Julian Borowski Turnier 2002 ist Geschichte. Glänzender Sieger ist der 25-jährige Moskauer Wadim Zwjaginzew mit satten 7,5 Punkten aus neun Partien, was einer Eloleistung entspricht, die sonst - wenn überhaupt - nur von Leuten wie Kasparow erreicht wird.
In der letzten Runde reichte dem Leader ein Remis gegen Artur Jussupow um die alleinige Führung zu behaupten, da auch sein Verfolger Peter Leko gegen den abklammernden Daniel Fridman nicht über ein Remis hinauskam. Der Ungar kann auf Platz 2 mit seiner Dortmund-Vorbereitung trotzdem vollauf zufrieden sein. Dort wird er auch Christopher Lutz begegnen, der mit einem abschließendem Remis gegen Michal Krassenkow den dritten Platz behauptete.
Dahinter wurde verbissen um Resultatsverbesserungen gekämpft. Vorjahressieger Rustam Kazimdshanow, erstmals mit einem Schlips angetan, gelang sein erster und einziger Sieg gegen Viktor Kortschnoj. Rustem Dautov versuchte vergebens, die Rote Laterne noch an Thomas Luther abzugeben und musste mit dem schlussendlichen Remis zwischen den beiden Tabellenletzten hoch zufrieden sein.
Das B-Turnier entschied die deutsche Nachwuchshoffnung Arkadij Naiditsch für sich, der die Versuche Robert Rabiegas, ihn in der letzten Runde noch vom Thron zu stoßen, souverän abwehrte.
Den großen Turnierbericht lesen Sie in SCHACH 7/2002.
Raj Tischbierek
Dautov-Fridman remis, Leko-Kasimdshanow 1-0, Kortschnoj-Jussupow 1-0, Swjaginzew-Krassenkow 1-0, Lutz-Luther remis
Die beiden Führenden beim 4. Julian Borowski Turnier in Essen legen weiter ein mörderisches Tempo vor; sowohl Wadim Zwjaginzew als auch Peter Leko gestalteten ihre Partien der 8. Runde siegreich. Dabei hatte der weiter mit einem halben Punkt Vorsprung in Front liegende Russe heute den leichteren Part, da ihm sein Gegner Michal Krassenkow mit einigen positionellen Schnitzern das Leben nicht allzu schwer machen. Dagegen musste Leko fast über die volle Distanz von sieben Stunden gehen, ehe er den indisponierten Vorjahressieger Rustam Kazimdshanow niedergerungen hatte.
Morgen fällt in den beiden Partien Jussupow-Zwjaginzew und Fridman-Leko die Entscheidung über den Turniersieg.
Um Platz 3 duellieren sich der Pole Krassenkow und der beste und einzig überzeugende Deutsche im Turnier, Christopher Lutz. Dieser musste heute in einer Zeitnotschlacht gegen Thomas Luther seine ganze Verteidigungshärte unter Beweis stellen, um einen halben Punkt zu retten. Luther verpasste damit ebenso seinen ersten Sieg wie Rustem Dautov. Zwar hatte der Daniel Fridman nach allen Regeln der Kunst ausgespielt, stellte aber im 51. Zug zu seinem Entsetzen den wichtigsten Bauern ein - Remis. Und auch von Artur Jussupow gibt es keine frohe Kunde, er unterlag Viktor Kortschnoj mehr oder weniger deutlich.
Auch im B-Turnier fällt die Entscheidung über den Turniersieg und den damit verbundenen Aufstieg in die A-Gruppe 2003 erst in der letzten Runde. Zwar führt hier Arkadij Naiditsch mit einem vollen Zähler vor einem Trio das Feld an, würde von seinem Letztrundengegner, dem Deutschen Meister 2000 Robert Rabiega, im Falle einer Niederlage aber noch "geschluckt" werden.
Raj Tischbierek
Lutz-Dautov 1-0, Luther-Swjaginzew 0-1, Krassenkow-Kortschnoj 1-0, Jussupow-Leko remis, Kasimdshanow-Fridman remis
Ungewohnt frühzeitig machte heute Peter Leko remis - gegen seinen ehemaligen Trainer Artur Jussupow. Seit der Zeit ihrer Zusammenarbeit trennen sich die beiden stets unentschieden. Ebenfalls remis endete Kasimdshanow-Fridman, eine relativ ereignislose Russische Partie.
Die erste Entscheidung gab es bei Krassenkow-Kortschnoj. Kortschnoj hatte betont lässig und mit Siegermiene 17... h5 aufs Brett geknallt, die Konsequenzen des zwischenzeitlichen Figurengewinns jedoch falsch eingeschätzt. Er geriet forciert in einen Mattangriff, den er nur durch den Übergang in ein schlechteres Endspiel mit Minusbauern abwehren konnte.
Lutz-Dautov und Luther-Swjaginzew waren zwei typische Begegnungen von Spielern, bei denen zur Zeit alles (Swjaginzew) oder fast alles (Lutz) klappt gegen Leute, bei denen überhaupt nichts zusammenläuft (Dautov, Luther). Der Kölner Christopher Lutz wiederholte dabei - wie schon gegen Kortschnoj - bis ins Mittelspiel genau die Züge, die Peter Leko zuvor gegen die gleiche Gegnerschaft gespielt hatte. Sein Druckspiel hatte Erfolg, der hübsche Abschluss 49. Sa5 brachte Rustem Dautov praktisch in Zugzwang. Thomas Luther hingegen wurde ausgequetscht wie eine Zitrone. Obwohl das leicht schlechtere Turmendspiel vielleicht haltbar war, gab es zu keinem Zeitpunkt Zweifel, dass Swjaginzew es nicht irgendwie gewinnen würde.
Etwas Spannung ist in das B-Turnier zurückgekehrt. Arkadi Naiditsch, der schon mit einem Punkt Vorsprung geführt hatte, verlor überraschend gegen Michail Feygin und musste seine Verfolger John van der Wiel und Robert Rabiega bis auf einen halben Zähler aufschließen lassen.
Nach telefonischen Angaben von Raj Tischbierek
Dautov-Kasimdshanow remis, Fridman-Jussupow remis, Leko-Krassenkow 1-0, Kortschnoj-Luther remis, Swjaginzew-Lutz remis
Peter Leko hat zum bislang alleine Führenden Wadim Swjaginzew aufgeschlossen! Der Ungar hatte den gestrigen freien Tag zu einer filigranen Vorbereitung auf das Spezialsystem seines Gegners Michal Krassenkow - der Sweschnikow-Variante der Sizilianischen Verteidigung - genutzt, und diesen damit aus der Eröffnung heraus unter Druck gesetzt. Der Pole verteidigte sich jedoch ausgesprochen zäh und kollabierte erst kurz vor der Zeitkontrolle im 40. Zug, nachdem er eine wahrscheinlich zum Remis ausreichende Möglichkeit verpasste.
Alle anderen Partien der heutigen Runde endeten unentschieden, drei davon - Swjaginzew-Lutz, Fridmann-Jussupow und Dautov-Kasimdshanow - ohne große Höhepunkte.
Den gewohnten Zunder gabs dagegen am Brett von Viktor Kortschnoj: Gegen Luther brachte der Wahlschweizer ein mehr der Not gehorchendes als inspiriertes Damenopfer, dass bei richtiger schwarzer Reaktion kaum Aussichten auf Erfolg gehabt hätte. Luther misshandelte die Stellung jedoch dergestalt, dass Kortschnoj innerhalb weniger Züge glatt auf Gewinn stand, just in diesem Augenblick jedoch aus unerfindlichen Gründen selbst den Friedenschluss vorschlug. Trotz seiner 71 Jahre bleibt er mit seiner aggressiven Spielweise eine Bereicherung für jedes Turnier.
Raj Tischbierek
Swjaginzew-Dautov 1-0, Lutz-Kortschnoj 1-0, Luther-Leko 0-1, Krassenkow-Fridman remis, Jussupow-Kasimdshanow remis
Wadim Zwjagnzew scheint nicht zu stoppen: In Runde 5 nahm der 25-jährige Moskauer Dautovs König im Sturmangriff. Freilich hatte sein ehemaliger Landsmann ihn mit 23... Ta8? förmlich dazu eingeladen.
Zwei Partien wurden gestern schon in der Eröffnung entschieden. Bei Luther-Leko hatte der Ungar seine Hausaufgaben besser gemacht und widerlegte das weiße Figurenopfer problemlos. Er bleibt Zwjaginzew damit ebenso auf den Fersen wie Krassenkow, der sich von Fridmann remis trennte.
Zweiter "Eröffnungssieger" war Christopher Lutz, der als Einziger weiter die deutschen Farben hochhält. Viktor Kortschnoj "verschlimmbesserte" seine Zweitrundenpartie gegen Leko, so dass Lutz nur noch die Ernte einzufahren brauchte.
In der B-Gruppe wird die deutsche Nachwuchshoffnung Arkadij Naiditsch bisher seiner Favoritenrolle gerecht. Ohne rein schachlich sonderlich zu überzeugen, hat er einen Punkt zwischen sich und die Konkurrenz gelegt und damit beste Chancen, den mit dem Aufstieg in die A-Gruppe verbundenen Turniersieg zu erringen.
Raj Tischbierek
Dautov-Jussupow remis, Kasimdshanow-Krassenkow 0-1, Fridman-Luther remis, Leko-Lutz 1-0, Kortschnoj-Swjaginzew 0-1
Der Kampf um den Turniersieg verspricht ausgesprochen spannend zu werden, denn Favorit Peter Leko hat unverhoffte Konkurrenz bekommen.
Beide bisher Führenden - Michal Krassenkow und Wadim Swjaginzew - gewannen heute gegen hochrangige Gegnerschaft mit den schwarzen Steinen und zementierten damit ihre Vorherrschaft. Krassenkow schlug Kasimdshanow in einer Partie, in der dieser selbst am Ende noch über zwei Damen (!) verfügte, sich aber zu seinem eigenen Entsetzen - bei dem Vorjahressieger läuft bislang gar nichts zusammen - mit 47. Kf5?? aller Chancen beraubte. Kaum weniger spektakulär der Sieg Swjaginzews gegen Victor Kortschnoj. Der Moskauer gab frühzeitig eine Qualität und schien damit bereits deutlich auf der Siegerstraße, wurde aber vom gleichermaßen verzweifelt wie erfindungsreich kämpfenden Altmeister noch zu der Keule 22... Se3!! gezwungen.
Satte 3,5/4 damit für Krassenkow und Swjaginzew - aber Leko bleibt ihnen auf den Fersen. Leider auf Kosten von Christopher Lutz, der m. E. mit 23... T:a7? die weißen Angriffschancen überschätzte, nach 23... L:d5 24. Le3 steht Schwarz bestimmt noch nicht auf Verlust.
Bleiben die Begegungen Dautov-Jussupow und Fridman-Luther, in denen ohne Höhepunkte Wunden geleckt und frühzeitig Frieden geschlossen wurde.
Raj Tischbierek
Kortschnoj-Dautov 1-0, Swjaginzew-Leko remis, Lutz-Fridman remis, Luther-Kasimdshanow remis, Krassenkow-Jussupow 1-0
Kein guter Tag für Deutschland! Nicht nur, dass wir zwei österreichische Gegentore schlucken mussten, keiner unserer Jungs konnte heute punkten - im Gegenteil!
Am ärgsten erwischte es wieder - wie schon gestern - Rustem Dautov: Er hatte sich der Kortschnojschen Bemühungen lange erfolgreich erwehrt und das Remis schien mehr oder weniger unterschriftsreif, als er mit 34... Ke7?? in den Trick 35. d5 lief und das Elend schon sah, bevor sein Gegner den Gewinnzug noch ausgeführt hatte.
Auch Thomas Luther steht eine unruhige Nacht bevor; er hatte Vorjahressieger Rustam Kasimdshanow auf der Rolle, verbrauchte im gewonnenen Endspiel aber zu viel Zeit, die am Ende fehlte. Der Erfurter hatte in einem scharfen Najdorf-Sizilianer eine Partie Short-Kasparow verbessert und seine Dame auf d4 (statt e3 - Short) postiert. Kasimdshanow, der sonst nahezu ausschließlich Spanisch spielt, witzelte hinterher, "er wollte sich mal das 'Najdorf-Gefühl' reinziehen; müssen die Jungs sich schlecht fühlen..."
Zeit, sich an seine Niederlage zu gewöhnen, hatte Artur Jussupow. Zwar gelang es ihm, am Damenflügel Beute zu machen, aber das Schicksal seines von Krassenkows Kräften umzingelten Königs zeichnete sich alsbald ab. Publikumskommentator Klaus Bischoff hätte das Qualitätsopfer 18... Dxe5 bevorzugt, um der gegnerischen Attacke den Stachel zu ziehen.
Und schließlich war auch Christopher Lutz mit der heutigen Runde nicht zufrieden, konnte er doch die Russische Verteidigung seines bislang die Rote Laterne verwaltenden Gegners Daniel Fridman nicht stürmen. Der feierte seinen ersten halben Punkt mit erhobenen Fäusten.
Bleibt das relativ ereignislose Remis zwischen Swjaginzew und Leko nach 18 Zügen. Erstere führt nunmehr zusammen mit Krassenkow das Zehnerfeld an. Für die Deutschen kann es nur besser werden.
Raj Tischbierek
Leko-Kortschnoj 1-0, Fridman-Swjaginzew 0-1, Kasimdshanow-Lutz remis, Jussupow-Luther 1-0, Dautov-Krassenkow 0-1
Mit "schöner" Regelmäßigkeit muss ein deutscher Spieler in Essen Schlimmes durchmachen: War es beim gestrigen Auftakt Artur Jussupow, dem eine totale Gewinnstellung gegen Christopher Lutz in der Zeitnot seines Gegners entglitt, haderte heute Rustem Dautov mit seinem Schicksal. Er hatte seinen polnischen Gegner Mihal Krassenkow aus der Eröffnung heraus völlig überspielt und verpasste den Gewinn 17. Lb8! (statt 17. Le5?). In inzwischen hochradiger Zeitnot wurde er dann mit der Keule 22... Le4!! zu Boden gestreckt. Plötzlich war er es, der auf matt stand!
Alleiniger Spitzenreiter ist nach Runde 2 mit hundertprozentiger Ausbeute der Russe Wadim Zwjaginzew, der die Zeichen gegen Daniel Fridman ebenfalls mit einem tollen Läuferzug auf Sieg stellte: 13... Lh3!!.
Das meiste Zuschauerinteresse zog heute indes die Partie Leko-Kortschnoj auf sich. U. a., weil auch Lekos junge Frau zu den Zuschauern zählte (kommen Sie vorbei, dann wissen Sie wovon ich rede). Auf den 64 Feldern ging es zwar weniger spektakulär zu, als bei den beiden o. g. Paarungen, aber die Partie atmete dennoch (oder gerade deshalb) Klasse. Leko, der klare Favorit auf den Turniersieg, kochte den zu Beginn noch gelangweilt durch den Turniersaal schlürfenden Altmeister souverän positionell ab.
Auch heute ließen sich die Teilnehmer nicht von den vor der Orangerie bei herrlichem Sonnewetter kampierenden Müßiggängern anstecken. Mit vier von fünf gab es sogar noch eine entschiedene Partie mehr als gestern. Letztes Opfer war Thomas Luther, der gegen Arthur Jussupow ausgangs der Eröffnung den richtigen Plan verpasste.
Das einzige Remis der heutigen Runde kam damit zwischen Vorjahressieger Rustem Kasimdshanow und dem Deutschen Meister Christopher Lutz zu Stande. Lutz glich mit den schwarzen Steinen problemlos aus und war sogar lange am Drücker.
Raj Tischbierek
Leko-Dautov remis, Kortschnoj-D. Fridman 1-0, Swjaginzew-Kasimdshanow 1-0, Lutz-Jussupow 1-0, Luther-Krassenkow remis
Das 4. Julian Borowski Grossmeisterturnier findet dieses Jahr in der Orangerie des Grugaparks statt. Bei sommerlicher Hitze zeigten die eingeladenen Grossmeister in der ersten Runde Kampfschach vom feinsten. Der schnellste Sieg gelang Swjaginzew; in einer grossartig geführten Partie konnte er den Vorjahressieger Kasimdshanow besiegen. Sein Druck war so stark, dass es Kasimdshanow bis zum Schluss nicht gelang, seinen Damenflügel zu entwickeln.
Der Essener Vertreter Fridman hatte gleich eine ganz schwierige Aufgabe: Schwarz gegen Kortschnoj. Und der Exvizeweltmeister machte gewaltig Dampf. Trotz frühem Damentausch erhielt Kortschnoj gefährlichen Angriff. So blieb Fridman nach einem starken Bauernopfer kurz vor der Zeitkontrolle nur die Aufgabe.
Sehr dramatisch war die Partie der deutschen Nummer 1 Lutz. Sein Gegner Jussupow hatte bereits eine glatte Mehrfigur und ausserdem war Lutz in schlimme Zeitnot geraten. Es gab mehrere gute Möglichkeiten für Jussupow, aber er entschied sich ausgerechnet für eine, bei der sein König ziemlich eingeklemmt wurde. Das sollte sich rächen! Mit dem schönsten Zug des Tages opferte Lutz seine Dame und konnte den armen Jussupow noch vor dem 40. Zug mattsetzen.
Der Turnierfavorit Leko kämpfte sieben Stunden vergeblich um den Sieg. Die zähe Verteidigung von Dautov verhinderte einen entscheidenden Durchbruch. Das Highlight der 2. Runde wird die Partie Leko gegen Kortschnoj; dieser Kampf der Generationen verspricht sehr spannend zu werden.
Klaus Bischoff
Partien im pgn-Format (1.-6. Runde): essen-b.pgn
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | Pkt. | Platz | |||
| 1 | John van der Wiel | 2509 | x | = | = | = | = | = | 1 | = | = | = | 5 | 2.-4. |
| 2 | Rafael Fridman | 2378 | = | x | = | 0 | = | = | = | = | 1 | = | 4,5 | 5.-7. |
| 3 | Ralf Appel | 2512 | = | = | x | = | 0 | = | = | = | = | 1 | 4,5 | 5.-7. |
| 4 | Arkadij Naiditsch | 2557 | = | 1 | = | x | 1 | = | 1 | 1 | = | 0 | 6 | 1. |
| 5 | Francesco de Gleria | 2419 | = | = | 1 | 0 | x | 0 | 0 | = | 0 | 1 | 3,5 | 8.-10. |
| 6 | Robert Rabiega | 2512 | = | = | = | = | 1 | x | = | = | = | = | 5 | 2.-4. |
| 7 | Raj Tischbierek | 2540 | 0 | = | = | 0 | 1 | = | x | 1 | = | = | 4,5 | 5.-7. |
| 8 | Georgios Souleidis | 2404 | = | = | = | 0 | = | = | 0 | x | = | = | 3,5 | 8.-10. |
| 9 | Jürgen Fleck | 2408 | = | 0 | = | = | 1 | = | = | = | x | 1 | 5 | 2.-4. |
| 0 | Michail Feygin | 2478 | = | = | 0 | 1 | 0 | = | = | = | 0 | x | 3,5 | 8.-10. |
9. Runde
de Gleria-Feygin 1-0, Rabiega-Naiditsch remis, Tischbierek-Appel remis, Souleidis-Fridman remis, Fleck-van der Wiel remis
8. Runde
Feygin-Fleck 0-1, van der Wiel-Souleidis remis, Fridman-Tischbierek remis, Appel-Rabiega remis, Naiditsch-de Gleria 1-0
7. Runde
Naiditsch-Feygin 0-1, de Gleria-Appel 1-0, Rabiega-Fridman remis, Tischbierek-van der Wiel 0-1, Souleidis-Fleck remis
6. Runde
Feygin-Souleidis remis, Fleck-Tischbierek remis, van der Wiel-Rabiega remis, Fridman-de Gleria remis, Appel-Naiditsch remis
5. Runde
Appel-Feygin 1-0, Naiditsch-Fridman 1-0, de Gleria-van der Wiel remis, Rabiega-Fleck remis, Tischbierek-Souleidis 1-0
4. Runde
Feygin-Tischbierek remis, Souleidis-Rabiega remis, Fleck-de Gleria 1-0, van der Wiel-Naiditsch remis, Fridman-Appel remis
3. Runde
Appel-van derWiel remis, Fridman-Feygin remis, Naiditsch-Fleck remis, de Gleria-Souleidis remis, Rabiega-Tischbierek remis
2. Runde
van der Wiel-Fridman remis, Fleck-Appel remis, Souleidos-Naiditsch 0-1, Tischbierek-de Gleria 1-0, Feygin-Rabiega remis
1. Runde
van der Wiel-Feygin remis, R. Fridman-Fleck 1-0, Appel-Souleidis remis, Naiditsch-Tischbierek 1-0, de Gleria-Rabiega 0-1
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