4. Runde am 15. September
Kortschnoj-Naiditsch remis, Pelletier-Lutz remis
Yannick Pelletier gewann die Einzelwertung des Länderkampfes mit 3/4
Punkten. Am Sonntag konnte der 25jährige Schweizer mit einem
ungefährdeten Unentschieden gegen Christopher Lutz den bislang
größten Erfolg seiner Karriere sicherstellen.
Mehr Kampfschach bot die zweite Partie. Viktor Kortschnoj opferte gegen Arkadij
Naiditsch frühzeitig die Qualität. Danach hätte er mehrfach
die Partie für sich entscheiden können, er ließ jedoch seinen
jungen Gegner noch ins Remis entwischen.
Damit hatten Christopher Lutz und Viktor Kortschnoj jeweils 2 Punkte
erkämpft und sie mussten um den zweiten Platz in der Einzelwertung einen
Stichkampf bestreiten. Die Schnellpartien entschied Christopher mit 1,5-0,5
für sich.
Während des Abschlussbanketts zeigte Frau Kortschnoj einen kleinen
Film, den sie anlässlich des 70. Geburtstages von Viktor Kortschnoj
zusammengestellt hatte. Ein beeindruckendes Stück Schachgeschichte
faszinierte die Zuschauer.
3. Runde am 14. September
Lutz-Kortschnoj 1-0, Naiditsch-Pelletier remis
Am ersten "Berliner Tag" konnte die deutsche Auswahl den Rückstand auf
2-4 verkürzen. Gespielt wurde im Casino Berlin im 37. Stock des Berliner
Forum Hotels auf dem Alexanderplatz.
Christopher Lutz konnte in einer spannenden Partie Viktor Kortschnoj schlagen.
Die Schweizer Legende äußerte sich anschließend nur unwirsch,
dass sie d5-d4 "zu früh" gespielte habe. Die Zeitüberschreitung
kam dem baldigen Matt zuvor.
Beinahe hätte es sogar ein 2-0 für Deutschland gegeben, aber Arkadij
Naiditsch vergab gegen Yannick Pelletier seine zwischenzeitlichen
Stellungsvorteile.
Letzterer führt in der Einzelwertung mit einem satten Zähler Vorsprung
(2,5 Pkt.) vor Viktor Kortschnoj und Christopher Lutz (je 1,5) und Arkadi
Naiditsch (0,5).
Morgen kommt es zu der für die Einzelwertung entscheidenden Paarung
Pelletier-Lutz. Viktor Kortschnoj misst sich mit Arkadij Naiditsch. Spielbeginn
ist 13 Uhr. Zuschauer sind herzlich willkommen.
2. Runde am 8. September, 13 Uhr:
Lutz-Pelletier 0-1, Naiditsch-Kortschnoj 0-1
Arkadi Naiditsch stand heute offenbar noch unter dem Eindruck der völlig
unnötigen Niederlage von gestern. Nach seinem Bauernvorstoß a5-a4
sei praktisch jeder seiner Züge ein Fehler gewesen. Heute verliert er
fast kampflos. 14. Sb3-d4 war ein schrecklicher Fehler. Schwarz kam zwei
Züge später zu f7-f5 und stand bereits auf Gewinn. Der Rest war
nur noch grausam für Arkadi.
So rechneten alle mit zwei schnell beendeten Partien. Christopher Lutz stand
gegen Yannick Pelletier nach der Eröffnung klar besser. Doch auch für
Christopher erwies sich ein Springerzug nach d4 (18. Sf3-d4) als Knackpunkt
der Partie. Nach 18... De4 19. Td1 ist 19... Td8 unerwartet stark,
plötzlich kommen die schwarzen Figuren aus ihren Löchern und zielen
auf den weißen König. Stattdessen hätte 18. Lh6! Schwarz
vor riesige Probleme gestellt.
Fazit: Die Schweizer haben ihren Heimvorteil in Zürich genutzt und
führen nun die Einzelwertung mit 2 (Pelletier) bzw. 1,5 (Kortschnoj)
Punkten an. Der Rückkampf läuft am 14./15. September in Berlin.
1. Runde am 7. September, 14 Uhr:
Kortschnoj-Lutz remis, Pelletier-Naiditsch 1-0
Die erste Runde ging mit 1,5-0,5 an die Schweiz, die deutschen Teilnehmer
wirkten streckenweise zu sorglos.
Arkadi Naiditsch nahm den Fehdehandschuh von Yannick Pelletier, den dieser
ihm mit Sc4 zuwarf, mit d:c4 auf. Danach entwickelte sich eine schwer
einzuschätzende Stellung mit vielen taktischen Möglichkeiten. Einige
Züge später war der Dampf verflogen, die Kontrahenten hatten in
ein für Weiß leicht besseres, aber wahrscheinlich remises Endspiel
übergelenkt. Später spielte Arkadi unvorsichtig b5-b4 und hatte
dabei die gegnerische Antwort Kg2-f3 schlicht übersehen. Der weiße
König läuft zum Damenflügel und holt den Bauern c4 ab. Danach
brach Arkadi zusammen, ein hübscher Trick beendete die Partie.
Kortschnoj-Lutz verlief in bedeutend ruhigeren Bahnen. Die Damen waren bald
getauscht, alles sah nach einem schnellen Remis aus. Doch Christopher agierte
zu sorglos und sah sich nach Tb5 plötzlich großen Problemen
gegenüber. In großer Zeitnot gelang es ihm jedoch, unter Bauernopfer
in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern überzuleiten. Hier
stand er zwar schlechter und musste sich zäh verteidigen, die Remisbreite
war aber wahrscheinlich nie überschritten.
Nach Angaben von Raj Tischbierek aus Zürich
14. September, 14 Uhr: Lutz-Kortschnoj, Naiditsch-Pelletier
15. September, 13 Uhr: Pelletier-Lutz, Naiditsch-Kortschnoj
Reglement:
Im doppelrundigen Scheveninger System - jeder Schweizer spielt gegen jeden
Deutschen zwei Partien im klassischen Schach (2h/40 Züge + 1h/Rest)
- treffen die aktuelle Nummer 1 sowie die vielversprechendste Nachwuchshoffnung
beider Länder aufeinander.
Zürich: Hotel Savoy (Paradeplatz), 7./8. September 2002, je 14 Uhr.
Berlin: Casino Berlin, Alexanderplatz, 37. Stock Forum Hotel, 14. September,
14 Uhr, 15. September, 13 Uhr.
In Berlin werden die Partien von Robert Rabiega, Deutscher Meister 2000,
kommentiert. Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Verständnis dafür,
dass nur Zuschauern ab 18 Jahren der Eintritt gewährt werden kann
(Casino-Gelände). Um entsprechende Garderobe und die Vorlage eines
Personaldokumentes bei Einlass wird gebeten.
Alle Partien werden live auf dem ChessBase-Schachserver
schach.de übertragen. Darüber
hinaus findet auf schach.de in den Tagen
zwischen Zürich und Berlin, vom 9.-13. September 2002, ein Länderkampf
Schweiz-Deutschland für alle Spieler dieser Nationalitäten statt.
Jeder kann mitmachen! Anmeldungen bitte per Email an
deutschschweizer-schachwoche@schach.de.
Den besten winken wertvolle Preise.
Am 14. September findet die nächste Veranstaltung der
Emanuel-Lasker-Gesellschaft
(www.lasker-gesellschaft.de)
in Form einer öffentlichen Gesprächsrunde zum Thema "Schach und
Persönlichkeit" im Rahmen des Länderkampfes Schweiz gegen Deutschland
statt. Als Gäste wurden Lothar Schmid (Großmeister und
Schiedsrichter), Nathan Devinsky (Schachbuchautor und ehem.
FIDE-Funktionär), Ulrich Sieg (FIDE-Meister, Historiker, Lasker-Spezialist),
Uwe Bönsch (Bundestrainer) und Matthias Wüllenweber
(Geschäftsführer von ChessBase) eingeladen. Die Gesprächsrunde
beginnt unmittelbar nach Beendigung der Samstags-Partie im Casino Berlin
im Forum Hotel am Alexanderplatz, 37. Etage; Zeit: 20 Uhr. |