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Vom 23. Februar bis 10. März sieht findet das traditionelle Großmeisterturnier von Linares statt. Dabei kommt es zum ersten Aufeinandertreffen des Weltranglistenersten Garri Kasparow mit dem neuen Fide-Weltmeister Ruslan Ponomarjow. Michael Adams, Alexej Schirow, Viswanathan Anand, Wassili Iwantschuk und der junge Spanier Francesco Vallejo vervollständigen das Teilnehmerfeld.
Mit Tagesberichten aus Linares von Dirk Poldauf
Berichterstattung:
www.ajedrez21.com
Partien im pgn-Format: 2002linares.pgn
| Endstand | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | Pkt. | Platz | |
| 1 | Michael Adams | xx | 10 | =1 | == | 0= | 1= | 0= | 6/12 | 3.-5. |
| 2 | Ruslan Ponomarjow | 01 | xx | == | =1 | =0 | == | 1= | 6,5/12 | 2. |
| 3 | Alexej Schirow | =0 | == | xx | =0 | =0 | =0 | =1 | 4,5/12 | 7. |
| 4 | Francesco Vallejo | == | =0 | =1 | xx | =0 | == | =0 | 5/12 | 6. |
| 5 | Garri Kasparow | 1= | =1 | =1 | =1 | xx | == | == | 8/12 | 1. |
| 6 | Viswanathan Anand | 0= | == | =1 | == | == | xx | == | 6/12 | 3.-5. |
| 7 | Wassili Iwantschuk | 1= | 0= | =0 | =1 | == | == | xx | 6/12 | 3.-5. |
Adams-Iwantschuk remis, Ponomarjow-Anand remis, Schirow-Kasparow 0-1
spielfrei: Ponomarjow
Anand-Adams remis, Kasparow-Ponomarjow 1-0, Vallejo-Schirow 1-0
spielfrei: Iwantschuk
Stunde der Entscheidung in Linares! Ein Tag, an dem Schachgeschichte geschrieben wurde. Garri Kasparow erkämpfte sich in einer brillanten Angriffspartie gegen Ruslan Ponomarjow den Turniersieg. Damit hat der beste Schachspieler aller Zeiten den ersten Ansturm des ukrainischen Wunderknaben und Weltmeisters auf seine Vormachtstellung in der Schachwelt eindrucksvoll abgewehrt.
Die heutige Partie zeigte, dass es noch einen Klassenunterschied zwischen den beiden gibt. "Pono" hatte aus der Eröffnung heraus eine beengte Stellung erhalten. Allerdings musste Kasparow auf weitgehend unerforschtem Terrain für den Erhalt der Initiative einen Bauern investieren. Der Bedenkzeitverbrauch beider Akteure war immens. Nach 11.0-0 hatte Kasparow bereits eine Stunde verbraucht. Bei seinem Gegner war es ähnlich. Kasparow opferte in den nächsten Zügen weiter Unmengen an Zeit auf der Suche nach der besten Fortsetzung des Angriffs. Nach 28.a4, was Iwantschuk im Pressezentrum vorgeschlagen hatte, verfiel Schwarz in langes Nachdenken. Es war klar, dass seine Stellung kaum noch zu verteidigen sein würde. Allerdings blieb die Hoffnung auf Kasparows sich anbahnende heftige Zeitnot.
Plötzlich zeigte Kasparow im 32. Zug aber eine selbst für seine Verhältnisse äusserst heftige Reaktion. Er beugte sich nach hinten und ruderte heftig mit dem rechten Arm. Was war bloss geschehen? Glaubte er, den Gewinn vergeben zu haben? Nach 33.Df4 war er auf 3.04 Minuten runter. Nach 34.Dh6 warf Pono seinem Gegner einen prüfenden Blick zu. Remis durch Zugwiederholung? Nein! Niemals! Garri setzte den Kampf fort. Nach schwarzem Dame f6 konnte sich Garri nicht mehr zurückhalten. Er riss am Brett die Fäuste hoch, noch bevor er seinen Antwortzug ausführte. Er hatte den Gewinn gesehen! Nach Läufer h5 Schach und Turm schlägt e6 gab sich Ponomarjow sofort geschlagen.
Die morgige letzte Runde hat damit nur noch statistischen Wert. Der Turniersieger von Linares 2002 heisst unwiderruflich Kasparow. Aber ich ziehe ebenso den Hut vor der grossen Leistung des 18-jährigen Ruslan Ponomarjow, der Spieler wie Anand oder Schirow, die einen ausgesprochen schwachen Auftritt ablieferten, trotz kurzer Vorbereitung und starker Belastung in den letzten Monaten klar in den Schatten gestellt hat.
Als ich gleich nach der Partie Kasparow-Ponomarjow in das Stadtzentrum in das kleine Internetcafe eilte, von dem aus ich meine Tagesberichte sende, kam ich am Rathaus vorbei. Just in diesem Moment trat Bürgermeister Juan Fernandez heraus, und ich rief ihm schon von weitem zu: "Kasparow hat vor fünf Minuten gewonnen!" - "Ich wollte soeben anrufen", sagte Fernandez erfreut und schüttelte mir die Hand. "Ich habe gerade eine Hochzeit geschlossen. Sie wissen, in Spanien hat der Alcalde bei Eheschliessungen die selben Rechte wie ein Pfarrer."
"Muchas gracias" an Fernandez, dass er Ruslan Ponomarjow quasi mit Gewalt nach Linares geholt und dafür selbst den weiten Weg zu Verhandlungen nach Moskau nicht gescheut hat. Nur so war ein so spannendes Turnier wie das "XIX Torneo Internacional de Ajedrez Ciudad de Linares" möglich.
Es gibt einiges aufzuarbeiten im grossen Linares-Bericht in der nächsten Ausgabe von "Schach". "Adios" aus Andalusien sagt Dirk Poldauf.
Adams-Kasparow remis, Iwantschuk-Anand remis, Ponomarjow-Vallejo 1-0
spielfrei: Schirow
Grosser Springer-d2-Tag in Linares. In der 12. Runde griffen witzigerweise alle Weissspieler im selben Moment zu diesem Zug (verteilt auf 16., 17. und 18. Sd2). Bei Ruslan Ponomarjow erwies er sich am effektivsten, denn kurz darauf eroberte er in der Partie gegen Paco Vallejo den vorgepreschten Bauern b3, womit die Partie gelaufen war. Damit kommt dem Duell Kasparow-Ponomarjow vorentscheidende Bedeutung zu.
Kasparow hatte gegen Michael Adams einen "guten Igel" auf dem Brett. Ich hätte wetten können, dass er in dem Endspiel dank des langen Läufers und der Möglichkeit d5-d4 etwas besser stand, doch hätte ich diese Wette verloren, denn Garri zeigte sich wenig später mit dem Remis durch Zugwiederholung einverstanden. Er blieb noch etwa fünf Minuten am Brett sitzen und sprach mit dem Engländer kurz die Partie durch, wobei er nicht unzufrieden wirkte. Noch hat er ja die Weisspartie gegen Ponomarjow in der Hinterhand und die Schlussrunden-Begegnung gegen seinen Lieblingsfeind Alexej Schirow ebenfalls noch in Reserve.
Kurz nach Mitternacht kam Garri -selbstredend flankiert von seinem Sekundanten Juri Dochojan - von seinem Spaziergang zurück und studierte im Hotelfoyer eingehend Ergebnisse und Paarungen des Open. Dort treibt der junge Kubaner Leinier Domínguez Pérez mit 7/8 sein Unwesen. Im Fragebogen in "Schach" 11/2001 hatte er es als seinen Traum bezeichnet, eines Tages Weltmeister zu werden. Ich finde, man sollte ihm keine Steine in den Weg legen und ihn gleich nächstes Jahr im Superturnier spielen lassen. Allerdings haben die Kubaner in Spanien traditionell keine Lobby, meint Amador Rodríguez, der hier in Linares weilt, um etwas Werbung für die vor vier Monaten gegründete Schachzeitschrift "Peon del Rey" (Königsbauer) zu machen, deren Chefredakteur er ist.
Der Wattenscheider Florian Handke, der gestern eine lange Partie mit dem Kubaner Lazaro Bruzon remisierte, ist mit 5,5/8 der bestplazierte Deutsche. Das Sensationsremis gegen Rosentalis schaffte vor einigen Runden übrigens nicht ein "gewisser Klump", sondern Christoph KLAMP vom SV Griesheim. Zuletzt unterlag Klamp der Kolumbianerin Majul, die ihn in einer sizilianischen Theorievariante "abzog", leistete sich gegen den Spanier Rueda ein "Grossmeisterremis" und weist 3/8 auf.
Turniergründer Luis Rentero wandelt allgegenwärtig durch die Hallen seines "Anibal". Noch hat er die "Schach"fragen, die er in der Innentasche seines Jacketts bei sich trägt, nicht beantwortet und erschreckte mich auf meine permanenten Nachfragen hin regelmässig mit dem von Ausländern in Spanien am meisten gefürchteten "Mañana!" (Morgen!), begleitet von Händeschütteln und Umarmungen. Es mag naiv klingen, aber ich habe die Hoffnung trotzdem noch nicht völlig aufgegeben...
Kasparow-Iwantschuk remis, Schirow-Ponomarjow remis, Vallejo-Adams remis
spielfrei: Anand
Drei Remisen waren nicht so doll. Besonders unerklärlich jenes kurze von Kasparow gegen Iwantschuk. Es ist bekannt, dass Garri grosse Stücke auf Wasja hält, aber das hat ihn bislang in der Regel nicht davon abgebracht, den ganzen Punkt vom Ukrainer einzutreiben.
"Estoy aburrido", lautete der Kommentar Francisco Vallejos nach der Partie gegen Michael Adams. Und das bedeutet nichts Gutes. Denn der Spanier stand dicht vor seinem ersten Sieg in Linares, übersah in Zeitnot allerdings die clevere Riposte Läufer e2!
Noch viel wütender war Alexej Schirow, nachdem er seine Vorteile gegen Ruslan Ponomarjow nicht nutzen konnte. Auf der Treppe zum Hotel verscheuchte er brüllend zwei Journalisten aus Malaga, weil diese ihn auf englisch und nicht auf spanisch angesprochen hatten. So jedenfalls die Erklärung der Letztgenannten, die sich darüber beklagten, wie die Spieler teilweise mit der Presse umgehen.
Immerhin hat Alexej bis ins Damenendspiel hinein alles versucht. Viele andere Spieler hätten die Partie viel früher remis gegeben. Es wird schwer für den Wahlspanier, noch auf 50 Prozent zu springen. In der letzten Runde böte sich eine Gelegenheit - da spielt er mit Weiss gegen Kasparow!
Meine Prognose lautet, dass "Pono" Vallejo schlägt und damit zu Kasparow aufschliesst, der sich mit Schwarz gegen Adams' Geschlossenen Sizilianer schon immer schwer getan hat. In der vorletzten Runde treffen Kasparow und Ponomarjow direkt aufeinander. Im Falle eines Unentschiedens fällt die Entscheidung in den Begegnungen Ponomarjow-Anand und Schirow-Kasparow.
Adams-Schirow 1-0, Anand-Kasparow remis, Iwantschuk-Vallejo 1-0
spielfrei: Ponomarjow
Als ich heute kurz vor Rundenbeginn vor einem Fotogeschäft die Öffnungszeiten studierte, ging plötzlich die Tuer auf, eine ukrainische Herbstmütze kam zum Vorschein und darunter steckte... Ruslan Ponomarjow. "Warum gehen Sie nicht rein, ist doch offen?!" - "Ne, ich habe noch neun Bilder und will den Film erst nachher abgeben", stammelte ich überrascht und fügte hinzu: "Ich weiss, dass Sie heute spielfrei sind. Schauen Sie trotzdem mal im Spielsaal vorbei?" - "Nein", lautete die Antwort, "ich gucke mir heute um neun auch den Film an."
Ein nicht gerade sehr sinnvoller Dialog, verschuldet durch mein durch die Überraschung völlig entgleistes Russisch. Ruslan setzte seinen Einkaufsbummel ungerührt fort. Später gab er an der Bar des Hotels "Anibal" dem russischen Fernsehteam vom Sender NTW ein kurzes Interview, liess sich ansonsten aber in der Tat nicht blicken. Wenigstens nicht im Spielsaal.
Meine ganze Aufmerksamkeit galt heute dem Klassiker Anand-Kasparow, den ich teilweise gemeinsam mit dem gestern angereisten Turnierorganisator Hans-Walter Schmitt verfolgte, der ein enger Freund des Inders ist. Allerdings sah es anfangs nicht gut für Vishy aus, denn Kasparow erwies sich in einem prinzipiellen Sizilianer einmal mehr besser präpariert und spulte die ersten 18 Züge in 6 Minuten ab. Schwarz erreichte schnell alles und Anand geriet für ihn untypisch unter Zeitdruck. Das entstehende Endspiel hatte ich als klar besser für Schwarz eingeschätzt, doch als Kasparow noch eine Minute auf der Uhr hatte, reichten sich die Matadore überraschend die Hände.
Ich hätte wenigstens erwartet, dass Garri noch einen Zug spielt und sich dann noch eine Weile in die Stellung vertieft. Doch Garri hatte genug gesehen. "Nach 29... f4 ist die Stellung remis", lautete sein abschliessendes Verdikt nach einer etwa 15-minütigen Analyse. Er hatte auch 29... e4 erwogen, doch dazu hätte es eines Computers gebraucht, meinte er sinngemäss. "Dann komm¨nach León"¨, schloss Vishy die Analyse ab. Denn dort wird bekanntlich computerunterstütztes Schach gespielt.
Die Duelle Adams-Schirow und Iwantschuk-Vallejo endeten mit eklatanten Weisssiegen, wonach die Nachziehenden in Windeseile den Schauplatz ihrer Niederlage flohen.
Nachdem die Redaktion nach fünf Tagen um ein Lebenszeichen gebeten hat, melde ich mich erstmals aus Linares 2002 mit einem kleinen Zwischenbericht zu Wort. Das Problem bei diesen Tagesberichten war schon immer, dass ich möglichst wenig von dem vorwegnehmen will und kann, was meine jeweilige ausführliche Turnierreportage in der Wochen später erscheinenden Zeitschrift "Schach" ausmachen wird. Der zahlende Leser hat ein Recht auf die "Rosinen".
Klar ist, dass alle mit besonderem Interesse auf das Abschneiden von Ruslan Ponomarjow schauen. Kasparow und Iwantschuk hatten dem 18-jährigen Weltmeister in Linares einen Einbruch prophezeit. Letzterer zählte ihn im klassischen Schach nicht einmal zur Weltelite.
In meiner mittwöchlichen "WELT"-Kolumne hatte ich in meiner Vorschau auf Linares indessen die Prognose gewagt, dass Ponomarjow beim "Wimbledon des Schach" auf Platz 2 oder 3 einkommen und möglicherweise sogar mit Kasparow um den Sieg konkurrieren würde. Somit drücke ich dem Ukrainer schon in eigenem Interesse die Daumen.
Bisher hat "Pono" in der Tat einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. Wie schon in Moskau spielt er in jeder Partie bedingungslos auf Sieg. Selbst in seinem ersten Treffen mit Kasparow, dem ich an anderer Stelle breiten Raum zu geben gedenke.
Ganz stark auch sein Sieg gegen Michael Adams, der als weltweit grösster Kenner des Marshall-Angriffs der Spanischen Partie gilt, mit seiner Hauptwaffe aber an der Tiefe des Ponomarjowschen Eröffnungskonzepts scheiterte. Als Ruslan den Spielsaal verliess, bat ich ihn um ein Statement. "Es war eine schlechte Partie", sagte er und weidete sich einige Sekunden an meinem überraschten Gesicht, bevor er hinzufügte: "Weil mein Gegner zu schwach gespielt hat".
An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Ich traue ihm aus "alter Tradition" (d h. wie in meinem Bericht aus Moskau) sogar den Turniersieg zu, obwohl mich Juri Wassiljew vom Moskauer "SPORTEXPRESS" daraufhin sogleich für verrückt erklaert hat. Die Vorstellung des führenden Kasparow ist bislang nicht überzeugend. Gegen Aussenseiter Vallejo stand das "Ungeheuer aus Baku" in höherem Sinne sogar auf Verlust (und gewann dennoch).
Ansonsten sind die Schreiber zu beglückwünschen, die den weiten Weg nach Andalusien (die meisten wie immer) gescheut haben und sich aus Sekundärquellen bedienen. Es herrschte bis heute untypische Kälte plus Dauerregen. (Garri trug selbst heute noch Mütze, obwohl es etwas wärmer war). Und die Spieler verstecken sich (typischerweise) und wollen am liebsten nichts zu den Partien sagen. Beim gestrigen Bankett mit Bürgermeister Juan Fernandez sprach ich dieses Problem in einem flammenden Appell an und forderte, dass die hochbezahlten Akteure zur Kooperation mit der Presse verpflichtet werden müssten. Fernandez zeigte sich beeindruckt und wies sofort quer über den Tisch hinweg seine Mitarbeiter an, eine entsprechende Klausel in die Spielerverträge des nächsten Jahres einzufügen. Nach Kuchen und Champagner nahm er mich zum Abschied beiseite und versprach mir, dass er meine Worte nicht vergessen werde. Worauf ich von meinen schreibenden Kollegen aus Amerika und Indien, die sich jeden Tag grosse Reportagen aus den Fingern saugen müssen und sich dabei nur auf "Fritz" und "Ljubo" stützen können, wie ein Held gefeiert wurde. Aber abwarten, Politiker haben schon viel versprochen...
Gestern stieg ich auch erstmals zum zeitgleich ausgetragenen Open herab, das in einem fensterlosen Kellersaal ausgetragen wird. Ich sah Leonid Kritz gewinnen und Florian Handke aus überlegener Stellung heraus gegen Alexej Fjodorow verlieren. Kein Wunder. Es wird mit der neuen Fide-Bedenkzeit gespielt, und wenn die Zeitnot kommt - und nicht wieder geht - kippen viele Partien.
Andere Deutsche haben schon für Überraschungen gesorgt. Der Litauer Eduardas Rosentalis, einer der Elofavorten und kürzlich stolzer alleiniger Sieger beim Super-Open von Capelle la Grande, gestand mir nach der 1. Runde, dass er gegen einen "gewissen Doktor Baum" verloren habe. Ich konnte ihn damit trösten, dass Bernd Baum früher etwa ein bis zweimal am Finale der DDR-Meisterschaft teilgenommen hatte, dem alljährlichen Eliteturnier des ostdeutschen Schachs, für das man - anders als heute - eine harte Qualifikation zu durchlaufen hatte. "Ja, er ist aus gutem Holz", sinnierte daraufhin Rosentalis in Anspielung auf den Familiennamen seines Bezwingers. Zwei Tage später meldete der Litauer, dass ihn ein "gewisser Klump" in Gewinnstellung ins Remis entlassen habe. Nicht übel die Deutschen.
Heute will mir der bekannt eigenwillige Turniergründer Luis Rentero die Antworten auf die "Schach"-Fragen "mit Maschine geschrieben" bringen. Ich bin gespannt. Ich hoffe, Sie auch. Hasta luego, Dirk Poldauf, Linares.
Ponomarjow-Adams 1-0, Schirow-Iwantschuk 1-0, Vallejo-Anand remis
spielfrei: Kasparow
Anand-Schirow 1-0, Kasparow-Vallejo, Iwantschuk-Ponomarjow remis
spielfrei: Adams
Der erste Umgang hat nicht ausgereicht, um die Leistungen der Teilnehmer zu differenzieren. Garri Kasparow führt mit einem halben Punkt Vorsprung vor dem Gros der Teilnehmer, das genau fünfzig Prozent der Punkte holte. Viswanathan Anand bildet mit einem Ergebnis von -1 das Tabellenende. Die beiden Spanier Francesco Vallejo und Alexej Schirow remisierten ihre sämtlichen Partien, was für den 19jährigen Vallejo bei seiner ersten Teilnahme an einem Superturnier einen Riesenerfolg darstellte. Vom Remisfieber nicht befallen zeigte sich Michael Adams. Der Engländer war an vier der fünf entschiedenen Partien beteiligt.
Kasparow-Schirow remis, Anand-Ponomarjow remis, Iwantschuk-Adams 1-0
spielfrei: Vallejo
Adams-Anand 1-0, Ponomarjow-Kasparow remis, Schirow-Vallejo remis
spielfrei: Iwantschuk
Anand-Iwantschuk remis, Kasparow-Adams 1-0, Vallejo-Ponomarjow remis
spielfrei: Schirow
Adams-Vallejo remis, Iwantschuk-Kasparow remis, Ponomarjow-Schirow remis
spielfrei: Anand
Schirow-Adams remis, Vallejo-Iwantschuk remis, Kasparow-Anand remis
spielfrei: Ponomarjow
Adams-Ponomarjow 1-0, Anand-Vallejo remis, Iwantschuk-Schirow remis
spielfrei: Kasparow
Ponomarjow-Iwantschuk 1-0, Schirow-Anand remis, Vallejo-Kasparow remis
spielfrei: Adams
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