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Was macht eigentlich...

Von Dirk Poldauf

... Wladimir Kramik, wird sich der eine oder andere Schachanhänger besorgt fragen. Bei den Härteproben vor öden Kulissen in Wijk aan Zee und Linares zeigte der selbsternannte Verteidiger des klassischen Schachs keine Flagge. Dafür beteiligte er sich an dem lukrativen, sportlich jedoch unbedeutenden Privatturnier des Holländers Joop van Oosterom im mondänen Monte Carlo. Im Bericht von Alexander Morosewitsch (S. 12 ff.) findet Kramnik als Achtplatzierter jedoch keine Erwähnung.

Immerhin ist Kramnik, der Ende April in Prag wieder Schnellschach spielt, für das im Mai/Juni stattfindende Superturnier von Astana gemeldet. Sein voraussichtlich einziger (!) Auftritt im klassischen Schach 2002, bei dem er auch auf Kasparow treffen wird. Vorläufig beschränken sich die beiden Cracks auf den verbalen Schlagabtausch: Im Oktober soll endlich das zweimal verschobene und mit einer Million Dollar dotierte Match Kramniks gegen das Hamburger Schachprogramm Fritz7 stattfinden. Kramnik ließ in einem von ChessBase geführten Interview vorweg schon mal verlauten, dass Fritz "eindeutig stärker als Deep Blue" sei (der 1997 Kasparow schlug) und "in vielerlei Hinsicht wie ein Mensch" (!) spiele. Er verfügt zu Trainingszwecken über eine aktuelle Version seines kommenden Gegners - ein riesiger Vorteil, der Kasparow damals versagt blieb - und müsste es (besser) wissen. Kasparow war not amused. Hoffen wir, dass sich Kramnik künftig wieder wahren sportlichen Herausforderungen stellt und den Ansprüchen, die das Schachvolk an einen Weltmeister stellen darf, endlich gerecht wird.

(Vorabdruck aus Schach 5/2002)

Wie uns am 22. April von den Organisatoren in Astana bestätigt wurde, wird das in der kasachischen Hauptstadt geplante Superturnier in diesem Jahr ausfallen und voraussichtlich erst im Mai 2003 stattfinden.

Exzelsior Verlag: Nachrichten: Schach-Gedanken: Was macht eigentlich... Kramnik
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