Tal-Memorial

Tal-Memorial in Moskau

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Vom 26. September bis 6. Oktober findet in der russischen Hauptstadt Moskau das zehnte Michail-Tal-Gedenkturnier statt. Gespielt wird im Museum der russischen Impressionisten.

- Offizielle Seite: http://ruchess.ru/

 

Das Turnier erreicht mit einem Eloschnitt von 2760 die Kategorie XXI. Wladimir Kramnik führt die Setzliste an. Der Preisfonds beträgt 200.000 Dollar.

Die Partien beginnen täglich um 14 Uhr Berliner Zeit.

Am Vorabend der ersten Runde fand als Auslosung ein Blitzturnier statt, das Schachrijar Mamedjarow überlegen mit 7,5/9 vor Levon Aronjan 5,5 sowie Peter Swidler, Anish Giri und Jan Njepomnjaschtschi alle 5 gewonnen hat. Diese fünf Spieler werden einmal mehr die weißen Steine führen.

 

  Moskau 26.9.-11.10.2016   2760 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 Pkt. Platz
01 Wladimir Kramnik ru 2808 x = 1 0 = = = 1 0 = 4,5 5.-8.
02 Levon Aronjan am 2795 = x = = 1 = = = = = 5 3.-4.
03 Viswanathan Anand in 2776 0 = x 1 = = = 1 = = 5 3.-4.
04 Schachrijar Mamedjarow az 2761 1 = 0 x = = = 1 0 = 4,5 5.-8.
05 Anish Giri nl 2755 = 0 = = x = 1 1 = 1 5,5 2.
06 Li Chao cn 2746 = = = = = x 0 1 = = 4,5 5.-8.
07 Peter Swidler ru 2745 = = = = 0 1 x = = = 4,5 5.-8.
08 Boris Gelfand il 2743 0 = 0 0 0 0 = x = = 2 10.
09 Jan Njepomnjaschtschi ru 2740 1 = = 1 = = = = x 1 6 1
10 Jewgeni Tomaschewski ru 2731 = = = = 0 = = = 0 x 3,5 9.

 

Partien:

- Partien im pgn-Format: tal-memorial.pgn

 

- 9: Die einzige Gewinnpartie der Schlussrunde geht auf das Konto von Wladimir Kramnik, allerdings nicht zu seinen Gunsten. Der Russe versuchte es einmal mehr zu sehr und Schachrijar Mamedjarow ließ sich diese Chance nicht entgehen. Remis endeten Anand-Aronjan, Li Chao-Giri, Tomaschewski-Swidler, Gelfand-Njepomnjaschtschi. Damit gewinnt Ex-Europameister Jan Njepomnjaschtschi die zehnte Austragung des Tal-Memorials.

- 8: Auch heute enden alle Begegnungen unentschieden: Njepomnjaschtschi-Anand, Giri-Mamedjarow, Aronjan-Li Chao, Kramnik-Tomaschewski und Swidler-Gelfand. Am meisten wird dies Nepo, der dem Turniersieg damit einen großen Schritt näher gekommen ist, und Gelfand gefreut haben, während Kramnik mehr als hundert Züge lang vergebens versuchte, seinen Nationalmannschaftskameraden Tomaschewski zu bezwingen.

- 7: Alle Partien der siebenten Runde des Tal-Memorials enden unentschieden - was insbesondere für Boris Gelfand eine gute Nachricht sein wird: Giri-Kramnik, Anand-Swidler, Li Chao-Njepomnjaschtschi, Mamedjarow-Aronjan, Gelfand-Tomaschewski. Damit führt Jan Njepomnjaschtschi weiterhin die Tabelle an.

- 6: Die sechste Partie brachte gleich vier Weißsiege: in Njepomnjaschtschi-Mamedjarow, Aronjan-Giri, Kramnik-Gelfand und Swidler-Li Chao. Unentschieden endet die Partie Tomaschewski-Anand. Giri quittiert die erste Niederlage und gibt die Tabellenspitze an Nepo ab, Aronjan erzielt seinen ersten Sieg. Die Elofavoriten teilen damit den 3.-5. Rang.

- 5: An der einzigen entschiedenen Partie des fünften Tages war leider wieder Boris Gelfand beteiligt. Beim Israeli läuft in Moskau nichts zusammen, heute unterliegt er Viswanathan Anand. Giri-Njepomnjaschtschi, Li Chao-Tomaschewski, Aronjan-Kramnik (die heutige Seeschlange mit 83 Zügen) und Mamedjarow-Swidler enden remis.

- 4: Im Duell der beiden Ex-Weltmeister setzt sich - nachdem sich die beiden Kontrahenten jahrelang unentschieden getrennt haben - diesmal Wladmir Kramnik durch. Das Tempo im Kampf um den Turniersieg bestimmt aber Anish Giri. Der Niederländer bezwingt Peter Swidler mit den schwarzen Steinen. Das gelingt auch Li Chao gegen Boris Gelfand. Njepomnjaschtschi gegen Aronjan und Tomaschewski-Mamedjarow enden unentschieden, wobei Jewgeni Tomaschewski einmal mehr an der längsten Partie des Tages (83 Züge) beteiligt ist. In einem Endspiel Läufer+Springer gegen Turm erweist sich der Vorteil der beiden Leichtfiguren als nicht ausreichend zum Gewinn.

- 3: Jan Njepomnjaschtschi gewinnt etwas überraschend gegen Wladimir Kramnik, Schachrijar Mamedjarow im Angriff gegen Boris Gelfand und Anish Giri nach langem Kampf gegen Jewgeni Tomaschewski. Aronjan-Swidler und Li Chao-Anand enden remis.

- 2: Tomaschewski-Aronjan und Swidler-Njepomnjaschtschi enden schnell remis, Kramnik-Li Chao erbringt dieses Ergebnis erst nach einem 60-zügigen Quetschen des Elofavoriten. Schachrijar Mamedjarow opfert gegen Viswanathan Anand eine Figur für drei Bauern, die Figur erweist sich aber nach dem Damentausch als stärker. Und Anish Giri gewinnt nach vielen Enttäuschungen in diesem Jahr mal wieder eine Partie in einem Rundenturnier (gegen Boris Gelfand).

- Die erste Runde begann mit einer Trauerminute für den am gleichen Tag verstorbenen legendären Trainer und Autor Mark Dworetzki. Jan Njepomnjaschtschi bekannte auf der offiziellen Seite später, dass er sich eigentlich überhaupt nicht in der Lage gesehen hatte, Schach zu spielen. Er wollte daher ein schnelles Weißremis anstreben, doch sein Gegner Jewgeni Tomaschewski dachte in der Eröffnung extrem lange nach, so dass Nepo schließlich doch in die Partie fand - und trotzdem als Erster fertig war. Er landete einen schnellen Schottischsieg.

Die interessanteste Partie spielten Peter Swidler und Wladimir Kramnik. Swidler brachte mit einem Figurenopfer (gegen viele Bauern) Kramnik an den Rand des Abgrunds, dieser rettete sich irgendwie über die Zeitnot in ein Endspiel zwei Türme plus fünf Bauern (Weiß) gegen Dame plus Läufer plus zwei Bauern, das letztendlich in einem Dauerschach mündete.