Weltmeisterschaft der Herren

Magnus Carlsen gegen Sergej Karjakin

wm-newyork

Vom 11. bis 30. November findet in New York in den USA die Weltmeisterschaft der Herren statt. Der Titelverteidiger und Weltranglistenerste Magnus Carlsen wird vom Sieger des Kandidatenturnieres 2016, Sergej Karjakin, herausgefordert. 

- Offizielle Seite: http://nyc2016.fide.com/

 

carlsen karjakin

 

  Weltmeisterschaft der Herren in New York 11.-30.11.2016     01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Stand SK
1 Magnus Carlsen no 2853 = = = = = = = 0 = 1 = = 6 3
2 Sergej Karjakin ru 2772 = = = = = = = 1 = 0 = = 6 1

 

Gespielt werden 12 Partien im Rhythmus 2 Tage Schach 1 Tag frei. Die erste Partie wird am 11. November ausgetragen, weitere Spieltage sind der 12., 14., 15., 17., 18., 20., 21., 23., 24., 26. und 28. November. Magnus Carlsen führt in der ersten Partie die weißen Steine. Die Begegnungen beginnen um 20.00 Uhr Berliner Zeit.

Wer 6,5 Punkte erreicht, wird neuer Champion. Im Falle eines Unentschieden bringt ein Schnellschach-Stichkampf die Entscheidung. Gespielt wird mit einer Bedenkzeit von 2h/40 + 1h/20 + 15 min plus 30 Sekunden Bonus ab dem 61. Zug.

Auf der offiziellen Seite können die Partien nur gegen Anmeldung und eine Gebühr von 15 Dollar (für die gesamte WM) live verfolgt werden.

 

Magnus Carlsen bleibt Weltmeister

Magnus Carlsen hat seinen Weltmeistertitel gegen Sergej Karjakin verteidigt. Nach einem 6-6 in den klassischen Partien bezwang der Norweger den Russen im Schnellschach-Stichkampf mit 3-1.

Stichkampf am 30. November

Die Schnell- und eventuell Blitzpartien zur Ermittlung des Weltmeisters werden am 30. November ausgespielt. Geplant sind vier Schnellpartien à 25 Minuten (zzgl. Bonus), sollten diese noch keine Entscheidung gebracht haben, geht es weiter mit Blitzmatchen über zwei Begegnungen. Sollte es nach fünf dieser Matches immer noch Unentschieden stehen, bringt eine Entscheidungspartie, die Weiß gewinnen muss, den neuen Weltmeister hervor.

- 1: Karjakin-Carlsen remis

- 2: Carlsen-Karjakin remis

- 3: Karjakin-Carlsen 0-1

- 4: Carlsen-Karjakin 1-0

Nachdem Sergej Karjakin in der zweiten Partie noch fast unmenschliche Zähigkeit bewiesen hat, patzte er in schwieriger Stellung in der dritten Partie. In der vierten beendet Magnus das Match - selbst auf Matt stehend - mit einem hübschen Damenopfer.

12. Partie am 28. November

Vor der letzten klassischen Partie gibt es noch einen zusätzlichen Ruhetag. Werden die Kontrahenten auf Teufel-komm-raus einen Sieg anstreben oder sind sie damit einverstanden, dass sich das Schicksal der Weltmeisterschaft im Stichkampf in Schnell- und Blitzpartien entscheiden wird? Das zweite traf zu - Magnus Carlsen und Sergej Karjakin taten sich nicht mehr weh, wickelten schnell in ein remises Endspiel ab und beendeten ihr Tageswerk im 30. Zug.

11. Partie am 26. November

Die elfte Runde - die letzte Weißpartie Sergej Karjakins - sah einen "normalen" Spanier mit 6. d3. Relativ schnell stand ein Endspiel Dame plus Turm auf dem Brett, in dem Weiß zwar einen Bauern mehr, Schwarz aber immer die Initiative hatte. Der Friedensschluss erfolgte im 34. Zug.

10. Partie am 24. November

Er hat es tatsächlich geschafft! Ein auf der anschließenden Pressekonferenz extrem erleichteter Magnus Carlsen führt um den 20. Zug herum ein gleiches, aber für ihn angenehmeres Endspiel herbei, dass er dann fast 60 Züge lang knetet. Sergej Karjakin als Schwarzer versucht, eine Art Festung zu errichten, aber mit dem Vorstoß b4-b5 bricht der Weltmeister durch.

9. Partie am 23. November

Magnus Carlsen beantwortete Sergej Karjakins Spanier diesmal mit der Lc5-Variante, in der er bald einen Bauern gab, dafür aber strukturelle Vorteile (weißer Doppelbauer auf der f-Linie) besaß. Letztendlich einigten sich die Kontrahenten nach 77 Zügen auf Remis, wobei immer Weiß aufgrund des Mehrbauern die besseren Karten besaß.

8. Partie am 21. November

Die erste entschiedene Partie! Magnus Carlsen verliert mit Weiß. Der Norweger holt aus der Eröffnung nichts heraus, übertreibt es dann aber in dem Bestreben, Ungleichgewichte herzustellen und Sergej Karjakin zu aktiven Zügen zu provozieren.

Magnus Carlsen wird eine deftige Geldstrafe erhalten, da er nicht zur Pressekonferenz erschien.

7. Partie am 20. November

Die FIDE erfreut sich einer Reihe von Regelungen, die nicht dem Motto entsprechen, einfacher ist besser. So wird aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nach der Hälfte der Partien das Anzugsrecht gewechselt, was dazu führt, dass ein Spieler (im aktuellen Fall Sergej Karjakin) zwei Weißpartien hintereinander bekommt. Der Russe wechselte diesmal wieder zu 1. d4, Magnus Carlsen wählte Slawisch und glich schnell aus und leistete sich sogar den "Hallodri-Zug" 16... Tc8, der einen Bauern einstellte. Das resultierende Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern konnte er jedoch problemlos Remis halten.

6. Partie am 18. November

Auch die sechste Begegnung endet unentschieden - zur Halbzeit steht es 3-3. Diesmal eröffnete Sergej Karjakin Spanisch und ließ eine Art "verzögerten" Marshallangriff zu. Schwarz opferte mit d7-d5 einen Bauern, die anschließenden Verwicklungen klärten sich jedoch relativ schnell zu einem Endspiel mit Damen und ungleichfarbigen Läufern.

5. Partie am 17. November

Diesmal war es erstmals der Weltmeister, der Glück hatte. Magnus Carlsen wählte diesmal Italienisch. Ungefähr rund um die Zeitkontrolle unterliefen ihm einige ungenaue Züge, die Sergej Karjakin mit der Besetzung der h-Linie hätte bestrafen können. Der Herausforderer setzte anders fort und Carlsen konnte bald das Gleichgewicht herstellen. Am Ende stand ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett.

Übrigens kostet den Weltmeister jedes Unentschieden 1,1 Elopunkte, selbst wenn dies bei einer WM vollkommen unwichtig ist.

4. Partie am 15. November

Die vierte Partie brachte erneut Vorteile für den Weltmeister, aber keinen vollen Punkt. Die Kontrahenten spielten erneut Spanisch und Karjakin gab noch vor dem 20. Zug den spanischen Läufer. Carlsen überspielte den Russen erneut und erreichte eine sehr vorteilhafte Stellung, in der er auf das Läuferpaar pochte. Ein Knackpunkt war der Bauernvorstoß 45... f4, den Magnus ursprünglich für den Gewinnzug hielt, Sergej konnte aber anschließend eine Festung errichten.

3. Partie am 14. November

Auch die dritte Partie endete unentschieden - war aber mit den beiden vorangegangenen nicht zu vergleichen. Magnus Carlsen spielt erstmals 1. e4 (und später das übersubtile Mänöver 10. Te2, 11. Te1) und wie in der ersten Begegnung testet er Sergej Karjakin in einem Endspiel Springer gegen Läufer mit Türmen auf dem Brett. Der Norweger gewinnt im 35. Zug einen Bauern und steht danach immer "fast" auf Gewinn, er kann jedoch keinen direkten Siegweg finden. Sergej Karjakin wird seinem Ruf als zäher Verteidiger gerecht und rettet nach 78 Zügen und sieben Stunden Spieldauer das Remis.

2. Partie am 12. November

Auch die zweite Partie endet unentschieden - diesmal wird Spanisch diskutiert.

1. Partie am 11. November

Die erste Partie - ein Trompowski-Angriff - endet nach 42 Zügen unentschieden.

 

Partien

- Partien im pgn-Format: wm.pgn

 

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